Die deutschen Rebsorten

Weltweit gibt es ca. 8000 Rebsorten. In Deutschland dürfen davon nur ca. 50 angebaut werden. Es gibt hier eine Anbaufläche von ca. 100.000 Hektar, diese Anbaufläche entspricht ca. 1% der Gesamtfläche der Erde. In Deutschland wurden ca. 15% Rotweinreben angepflanzt, in der Welt war dieses Verhältnis genau umgekehrt.

 

Weisweine (die wichtigsten)

Rebe Beschreibung Wein-Charakter Empfehlung
Müller-Thurgau (Rivaner) ist die am meisten verbreitete Rebsorte in Deutschland. Sie wurde 1882 in Geisenheim von Professor H. Müller gezüchtet. Mit ziemlicher Sicherheit ist es eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Die Beeren erreichen Ihre volle Reife meist schon Ende September. blumiges Bukett, mildere Süre als der Riesling, leichter Muskatgeschmack Trinken Sie ihn frisch und jung, zu leichten, neutralen oder zart-aromatischen Speisen. Die Lagerzeit sollte man nicht über drei Jahre ausdehnen.
Riesling ist die edelste und weltweit am meisten geschätzte deutsche Rebsorte. Unsere Anbaufläche ist auch die größte Riesling- Rebfläche der Welt. Ihre besonders kleinen Trauben reifen noch spät bis in den Oktober und Nobemver hineine. an Pfirsichduft erinnerndes, fein-fruchtiges Bukett, pikant, säurebetont und lebendig im Geschmack Er paßt exzellent zu Fisch, Schalentieren, Kalbfleisch und Huhn und vor allem zu allen delikaten, cremigen Sahnesaucen. Seine rassige Säure erlaubt eine lange Lagerzeit.
Silvaner ist die dritte klassische Rebsorte in Deutschland. Ihre mittelgroßen, saftigen Trauben reifen etwas früher als die des Rieslings. neutrales Bukett, feine Säure, vollmundiger, gefälliger Wein. zu Schweine- oder Kalbsbraten und zu Huhn. Er läßt sich sehr gut jung trinken, aber auch mittellang lagern: drei bis fünf Jahre. Der trockene Silvaner gilt als ausgesprochener Menüwein.
Kerner ist eine beliebte neuere Rebsorte - eine Kreuzung zwischen Trollinger und Riesling. Seine dickhäteigen Beeren reifen relativ früh. fruchtiges, leichtes Muskatbutkett, rassige, lebendige Säure - dem Reisling verwandt. ideal zu Kalb und Schwein, Lamm und ausdrucksvollen Käsesorten.
Scheurebe ist wie der Kerner eine Neuzüchtung, die sich in vielen deutschen Anbaugebieten durchsetzen konnte: Sie entstand aus einer Kreuzung von Silvaner und Riesling. rassige Säure, volles, kräftiges, an schwarze Johannisbeeren erinnerndes Bukett. Paßt ausgezeichnet zu würzigen Ragouts und fruchtigen Desserts. Sehr gut lagerfähig. Die Scheurebe-Auslesen gelten als besondere Spezialität.
Grauburgunder (Ruländer) ist eine Mutation des Blauen Spätburgunders und nimmt unter den heimnischen Rebsorten eine besondere Stellung ein. milde Säure, deutlicher Honigduft Als trockene Version zum kräftigen Essen geschätzt. Insbesondere die Spät- und Auslesen zählen zu den Spitzengewächsen.

Rotweine

Rebe Beschreibung Wein-Charakter Empfehlung
Spätburgunder (Pinot Noir) Er ist, wie der Riesling unter den Weißweinen, die eleganteste, ungewöhnlichste Rotweinsorte in Deutschland. Seine Urheimat ist sicher Burgund. Die kleinen Beeren dieser Rebe reifen spät. samtig, vollmundig, feurig, mit einem Hauch von Mandeln. besonders zu Wild, kräftigen Braten, und gehaltvollen Käsesorten
Portugierser Er stammt aus dem Donautal in Österreich. reift früh. leicht, mild, bekömmlich und gefällig im Geschmack. der ideale, süffige Schoppen- und Tischwein.
Trollinger In Deutschland wächst er fast ausschließlich in Württemberg. Vor Jahrhunderten kam er aus Südtirol. Seine Trauben reifen sehr spät. Die Weine besitzen eine hellrote Farbe. duftig, frisch, fruchtig, mit gutem Säuregehalt und herzhaftem Geschmack. Er kann relativ jung getrunken werden.